SchließenArtikelzusammenfassungSalzburg zeigt in diesem Opernsommer vor allem eines: wie schmal der Grat zwischen musikalischem Ereignis und teuer dekoriertem Leerlauf ist. Danach schießt Ersan Mondtags »Ariadne auf Naxos« als Mars-Mission im Elon-Musk-Look weit übers Ziel hinaus: viel Sci-Fi-Klamauk, wenig Hofmannsthal-Ironie, kaum Strauss-Schimmer, dazu ein musikalisch blasses Team, das den Crash zwischen Komik und Tragik nicht einmal im Ansatz zum Flirren bringt. Erst Bizets »Carmen« kippt den Abend zurück ins Eigentliche, weil Teodor Currentzis, Gabriela Carrizo, Asmik Grigorian und Jonathan Tetelman aus dem Repertoirebrenner kein Museumspiece, sondern ein nervöses, körperliches Musiktheater über Begehren, Freiheit und Femizid machen. So wird ausgerechnet in einem Festival, das mit 485-Euro-Tickets gern wie ein Luxus-Brand wirkt, sichtbar, was Oper sein kann, wenn sie nicht bloß Pose, Konzept und Prestige verwaltet, sondern das Publikum wirklich packt. Gefällt mir Gefällt mir Gefällt mir nicht Gefällt mir nicht Send