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Theaterstück über Buckelwal Timmy: »Du bist dran. Wir machen dich fertig«
['Interview']
ZEIT ONLINE | Nachrichten, Hintergründe und Debatten
SchließenArtikelzusammenfassungEin gestrandeter Wal wird auf der Bühne zur Reizfigur, und plötzlich dreht nicht nur das Feuilleton, sondern auch der Hass-Feed frei.
Der Regisseur verteidigt die christliche Bildsprache – Kreuz, Eucharistie, Totenmesse – nicht als billigen Provokations-Stunt, sondern als künstlerischen Zugriff auf eine Gesellschaft, die auch im säkularen Modus weiter nach Erlösung, Sinn und Hoffnungsfiguren sucht und dafür, ironischerweise, einen Buckelwal castet.
Auslöser und Material der Inszenierung war der mediale Timmy-Hype selbst: ein Tier als Projektionsfläche für Empathie, Spiritualität, Tierwohl, politische Vereinnahmung und die alte Frage, warum uns das Einzelschicksal mehr kickt als abstrakte Katastrophen wie Klimakrise oder Hungersnot.
Trotz der aufgeheizten Debatte, neu kuratierter Podiumsdiskussionen und der Aussicht auf Störungen bei den nächsten Terminen will Klessinger nichts am Stück ändern – gerade weil der Fall zeigt, wie umkämpft Symbole, Deutungshoheit und öffentliche Erregung heute wieder sind.
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