Zum ersten Mal seit dem Ende der Assad-Herrschaft wird in Syrien heute das Parlament neu gewählt - ein wichtiger Schritt für die politische Neuordnung des Landes nach Jahren des Bürgerkriegs. Unter Assad galten Wahlen in Syrien als Farce, die der Regierung einen demokratischen Anstrich geben sollten. Beobachter sehen nun eine ähnliche Gefahr: Durch das von der Übergangsregierung festgelegte Verfahren könnte sich auch das neue Parlament zum Großteil aus Regierungstreuen zusammensetzen. Nach Jahrzehnten einer autoritären Herrschaft hoffen viele auf einen ersten Schritt in Richtung Demokratie. „Wir haben uns von der Einheitsliste der Baath-Partei befreit, nur um nun einer Kleingruppen-Politik zu verfallen“, sagte Abdulasis Chalaf.