Die neue Zeit journalistisch und redaktionell geprägter Medien steht nicht bloß unter einem Unstern, sondern im Schatten des verhängnisvollen Dreigestirns der Digitalisierung, Globalisierung sowie Kolonialisierung von Nachrichten und Meinung. Umso paradoxer mutet es vorerst an, wenn heute jene Neue Zeit als Regionalangebot im Web fröhliche Urständ feiern soll, die vor 25 Jahren als Papierparteizeitung eingestellt wurde. Doch Max Lercher, der steirische Landeschef und Ex-Bundesgeschäftsführer der SPÖ, versucht es noch einmal. Philipp Wilhelmer, ein renommierter Medien- und Digitaljournalist, verlässt dazu den Kurier. Dieser Umzug von der bürgerlichen Zeitung zum sozialdemokratischen Projekt erinnert daran, dass einst Gerfried Sperl vom steirischen ÖVP-Blatt Südost-Tagespost nach Intermezzo im Kurier zum Standard zog, dessen Chefredakteur er 15 Jahre war.