SchließenArtikelzusammenfassungEin Archivbunker voller NS-Karteikarten ist vom staubigen Recherche-Mythos zur KI-gestützten Suchmaschine geworden. Heute feiert er, fast mit einem Hauch Tech-Euphorie, dass ausgerechnet eine Zeitung und nicht der Staat die NSDAP-Mitgliederkartei sowie Millionen Unterlagen zu SS und SA digital erschlossen hat, wodurch Recherche nicht mehr nur Namen findet, sondern auch Muster, Kontexte und die kalte Verwaltungsgrammatik des Dritten Reichs sichtbar macht. Zugleich bremst Posner jeden Klick-Optimismus: Eine Suchmaschine ist kein Orakel, sondern nur ein Tool, das Quellenkritik, Transparenz über Unsicherheiten und die Unterscheidung zwischen bloßer Erwähnung und tatsächlicher Mitgliedschaft liefern muss, damit History nicht zur Datenbank-Folklore verkommt. Politisch brisant wird das Ganze dort, wo Familien plötzlich auf die braunen Schatten ihrer Vorfahren stoßen und wo offener Quellenzugang in Zeiten von Rechtsruck und Geschichtsrevisionismus zur demokratischen Firewall gegen Verdrängung, Legendenbildung und plumpe Leugnung wird. Gefällt mir Gefällt mir Gefällt mir nicht Gefällt mir nicht Send