Lange schon wurde nicht mehr so leidenschaftlich und so breitenwirksam über einen Film gestritten wie über »Odyssee«. Den vollmundigsten Verriss lieferte aber nicht etwa eine Filmkritikerin, sondern eine Altphilologin. »Ich würde mich dafür schämen, wenn ich davon auch nur einen kleinen Teil geschrieben hätte.« In einer Besprechung für die »London Review of Books« zerlegt die britische Wissenschaftlerin und Übersetzerin Christopher Nolans 250-Millionen-Dollar-Epos so lustvoll wie vernichtend. Zudem finde Nolan keine überzeugende Erzählung zu den Themen Zeit, Erinnerung und Geschichte.