SchließenArtikelzusammenfassungDieses Interview gräbt Thilo Sarrazin nicht aus Nostalgie aus, sondern als Stresstest für eine Demokratie, die ihre rechten Talking Points längst nicht mehr einfach wegmoderieren kann. Der Autor begründet die Gespräche mit Sarrazins anhaltender Reichweite – Millionen verkaufte Bücher, ein Echo bis in den Mainstream – und mit der Einsicht, dass Ressentiments nicht verschwinden, wenn man sie aus dem Feed verbannt, sondern sich eher wie chronische Rückenschmerzen festsetzen. Im Gespräch selbst inszeniert sich Sarrazin als kühler Analyst mit Datenfetisch, grenzt sich halbherzig vom völkischen AfD-Flügel ab, reproduziert aber zugleich in alter Manier seine Thesen über Migration, Bildung, Intelligenz, ethnische Unterschiede und die angeblich segensreiche Homogenität von Gesellschaften. Am Ende bleibt weniger die Pointe eines Comebacks als die unbequeme Diagnose, dass Diskursgrenzen porös geworden sind – und dass Reden allein noch keine Aufklärung ist, aber Schweigen eben auch kein besonders belastbares Konzept. Gefällt mir Gefällt mir Gefällt mir nicht Gefällt mir nicht Send