Wo sonst Bühnenbilder und Regie den Blick lenken, sprach hier allein die Musik und verwandelte den Abend streckenweise in eine beinahe meditative Erfahrung. Dabei ist „Passion„ alles andere als leichte Kost. Der französische Komponist greift den Orpheus-Mythos auf, erzählt ihn aber nicht nach. Nicht die Handlung steht im Mittelpunkt, sondern wechselnde Seelenzustände. Franck Ollu hielt die filigrane Partitur mit sicherer Hand zusammen und vertraute auf ihre langen Spannungsbögen.