Ich wollte eigentlich nur einen kurzen Text schreiben, eine Bewerbung für ein Treffen mit Filmschaffenden mit dem vielversprechenden Titel „Ostdeutsche Perspektiven“. Ich dachte, vielleicht kann ich dort Menschen treffen, die ähnliche Fragen umtreiben wie mich und die den Mut haben, sich mit damit zu zeigen – ohne Projekt, ohne finanzielle Ausbeute. Dann saß ich zwei Tage heulend über dem Bewerbungstext. Da war er wieder, der laute Dreiklang aus Scham, Wut und Traurigkeit – weil ich ostdeutsch bin. Ein Sound im Hintergrund, der mich seit Jahrzehnten begleitet – so lange hatte ich mir nicht erlaubt, ihm zuzuhören.