Der Grund für die Abhaltung der Litien waren Meinungsverschiedenheiten zwischen der Serbisch-Orthodoxen Kirche und dem Staat Montenegro bezüglich des Kirchenvermögens. Als ethnischer Albaner hatte Abazović die Möglichkeit zu beweisen, dass in Montenegro nicht alles vom ethnonationalistischen Narrativ und von Spaltungen abhängt. In dieser Zeit hatte die Regierung nicht die volle Befugnis, entscheidende Beschlüsse zu fassen, und die politische Landschaft war dominiert vom Warten auf Präsidentschafts‑ und Parlamentswahlen. Als ihre Expertenregierung auseinanderbrach, gründeten Milatović und Spajić die Bewegung „Evropa sad!“ und entschieden sich, aktiv in die politische Arena Montenegros einzutreten. Die Bürger erinnerten sich an die Führung von „Europa sad“ aus der Expertenregierung als Wirtschaftsminister, die die Löhne der Bürger erhöht, den Mindestlohn auf 450 Euro angehoben und die Beiträge zur Krankenversicherung abgeschafft hatten.