Anno 1917, ein halbes Jahrhundert nach Adalbert Stifters Novellensammlungen, schrieb der Schweizer Robert Walser seine Erzählung „Der Spaziergang“. Wie beim österreichischen Großschriftsteller des Biedermeier wird auch hier im Kleinsten die Welt erwandert. Aber Walser begibt sich auf einen Gedankenstrom, der das Zufällige dem Existenzerhaltenden (etwa dem Vorsprechen bei der Gemeindekasse) gleichordnet. Die Begegnungen des müßig wandernden Schriftstellers werden Gegenstand bizarrer Miniaturen. Die Sprache täuscht Naivität vor, ist aber von höchster Virtuosität.